
Auf welche Tätigkeiten kann ein Arzt für Röntgendiagnostik verweisen?
Der Röntgenologe oder Röntgenarzt ist ein Mediziner, der eine spezielle Fachausbildung im Bereich der Röntgentechnologie und Radiologie besitzt. Aus diesem Grund sind diese Mediziner nicht nur in der Lage, einfache und hoch komplexe Aufnahmen auf der Basis der Röntgentechnik herzustellen, sondern ebenfalls eine Magnetresonanz-Tomografie oder ein Kernspin durchzuführen.
Für die meisten Patientinnen und Patienten ist es im Laufe ihrer Krankengeschichte eher üblich geworden, dass geschulte Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des mittleren medizinischen Personals Röntgenaufnahmen vornehmen. In manchen Fällen geht es jedoch darum, dass die Abbildungen so spezifisch und so präzise sein müssen, dass nur ein Experte diese Ergebnisse erzielen kann. Oftmals ist zudem während eines medizinischen Eingriffs eine sogenannte Verlaufskontrolle unumgänglich. Diese erfolgt wiederum durch röntgentechnische Aufnahmen, die ein Radiologe oder Röntgenarzt gewährleistet.
Ein fachärztlicher Mediziner, der im Bereich Röntgen arbeitet, ist zudem in der Lage, ganz spezielle Untersuchungen auszuführen. Diese betreffen zum Beispiel Untersuchungen der Gelenke (Arthroskopie), Untersuchungen des Magens (Gastroskopie) oder des Darmes (Colposkopie). Im Rahmen dieser Verfahren kann auf ein gleichzeitiges Röntgen nicht verzichtet werden. Aus diesem Grund übernimmt ein Röntgenarzt auch diese kombinierten Aufgaben.
Welchen Sinn haben Röntgenaufnahmen?
Die Erzeugung von Schattenbildern, die typisch für das Röntgenverfahren sind, ist eine Möglichkeit, den menschlichen Organismus im Inneren zu betrachten. Gefragt ist dabei natürlich ein geschultes Auge. Laien können aus den schwarz/weißen Darstellungen häufig keine genauen Informationen entnehmen. Gefragt ist zudem die Fähigkeit, die Abbildung in einer gewissen Räumlichkeit zu sehen.
Mit einer Röntgenaufnahme, umgangssprachlich auch als Röntgenbild bezeichnet, können vordefinierte Körperteile abgebildet werden. Eine Vielzahl von Röntgenaufnahmen wird heutzutage schon auf der Basis eines digitalen Prinzips angefertigt. Die in den Körper eintretende Röntgenstrahlung wird von jedem weichen oder harten Körpergewebe unterschiedlich stark absorbiert oder aufgenommen. Es entstehen die charakteristischen Schattenbilder oder die verschiedenen Graustufen.
Nicht nur eingedrungene Fremdkörper, sondern auch krankhafte Organvergrößerungen, anomale Einschlüsse oder behandlungsbedürftige Wucherungen können die Mediziner mit Hilfe der Röntgenbilder erfassen. Je nachdem, welche Aufnahmen geplant sind, können die Patienten zusätzlich Kontrastmittel erhalten oder mit sogenannten Leer- oder Nativaufnahmen konfrontiert werden. Das digitale Röntgenverfahren kann außerdem zur Erkennung von Veränderungen der Dichte von Knochengewebe herangezogen werden.
Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die Röntgentechnik sowohl aus der Diagnostik als auch aus der Behandlung von Erkrankungen und Verletzungen nicht wegzudenken ist.
Worauf sollen Patienten beim Röntgen achten
Bei der Durchführung der Röntgendurchleuchtung ist nicht nur die Kompetenz des Arztes und der Röntgenassistentin gefragt. Auch die Patientinnen und Patienten sollten mitarbeiten. Das bedeutet, dass vom Arzt der gesundheitliche Nutzeffekt bestätigt wurde und dass eine gewisse Aufklärung erfolgte.
Liegen bereits Röntgenbilder vor, die noch recht "frisch" sind, können diese möglicherweise ein erneutes Durchleuchten ausschließen. Schwangere Frauen müssen dies dem Röntgenologen unbedingt mitteilen, um Schädigungen des ungeborenen Kindes durch die Strahlendosis zu vermeiden. Alle Körperbereiche, die nicht durchleuchtet werden (beispielsweise die Gebärmutter und die Gonaden) sollen mit einer Schutzabdeckung verdeckt werden. Ist es erforderlich, dass Kontrastmittel verabreicht werden, ist eine ausreichende Information des Arztes erforderlich. Diese sagt aus, dass die Betroffenen in der Regel nüchtern sein sollten.
Die Mitwirkung der Patientinnen und Patienten beim Röntgen betrifft zudem das Abnehmen von Schmuck, Gürteln, Zahnspangen, Prothesen und Brillen. Da die Röntgenstrahlen stark von metallischen Gegenständen angezogen werden, kann es zur Verfälschung der Darstellungen kommen, wenn Körperschmuck nicht abgenommen wird. Eine Alternative zum Röntgen, bei der vorrangig Piercingschmuck nicht entfernt werden muss, kann die Computertomografie sein. Wichtig ist in jedem Fall aber eine Abklärung dieser Thematik dem behandelnden Röntgenarzt.
h3>Können Röntgenaufnahmen schaden?
Die im Röntgen gegenwärtig verwendeten Technologien sind so konzipiert, dass die von den Geräten abgegebene Strahlendosis sehr gering ist. Werden jedoch ständig weitere Röntgenaufnahmen angefordert, kann die permanent auf den Körper einwirkende Strahlendosis zu einer Schädigung von einzelnen Geweben und Organen führen, weil einzelne Zellen durch die Radioaktivität in ihrer Zellteilung beeinträchtigt werden können. Da jedoch nur ein Bruchteil an Strahlenintensität von den modernen Geräten ausgesendet wird, sind die gesundheitlichen Risiken extrem minimal. Im Verhältnis zu einer bedenklichen Erkrankung ist eine Organschädigung eher das geringere Übel. Dennoch wägen die Ärzte sorgfältig den Nutzeffekt und die Zweckmäßigkeit dieser Maßnahme ab.
Besonders günstig ist das Mitführen eines Röntgenpasses. In diesem individuellen Ausweis werden alle Röntgenuntersuchungen eingetragen. Dieser Nachweis kann beim Mediziner vorgelegt werden und erspart unter Umständen ein Doppelröntgen.
Bei welchen Erkrankungen sind bildgebende Verfahren sinnvoll?
Röntgenaufnahmen werden empfohlen, wenn der Verdacht auf Knochenbrüche, Tumore, Verschlüsse, von außen nicht sichtbare Entzündungen, Abszesse oder innere Blutungen vermutet werden. Eine Durchleuchtung mit elektromagnetischen oder Röntgenstrahlen ist ebenfalls sinnvoll, wenn eine Übersicht über den Brustkorb (bei Lungen- oder Brustkrebs, Lungenentzündungen, Lungentumoren) eine bessere Klarheit bringen kann. Des Weiteren wird das Röntgenprinzip eingesetzt, um Übersichtsdarstellungen des Bauches (bei Zysten, Darmverschluss oder Verkalkungen) zu erzeugen. Das Skelett wird geröntgt, wenn es Symptome gibt, die auf eine Osteoporose, Knochenbrüche und -tumore sowie auf krankhafte Vorgänge an den Gelenken hinweisen.
Zur Begleitung von operativen Verfahren wird der Röntgenarzt ebenso hinzugezogen (Katheter oder Bypass legen, Knochen verschrauben).