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Borderline

Borderline ist eine Achterbahn der Gefühle. Es ist Liebe oder Hass, es ist Schwarz oder Weiß, es ist Gut oder Böse – und nichts dazwischen. Borderline gehört zu den Persönlichkeitsstörungen, es ist eine Emotional instabile Persönlichkeitsstörung. Menschen mit Borderline stehen im Chaos der Gefühle zwischen den Extremen und versuchen mit dem Verletzen von sich selbst und von anderen Menschen aus dem inneren Kampf auszubrechen. Borderliner haben Schwierigkeiten, eine dauerhafte Beziehung aufzubauen, sie sind unfähig, ihre Gefühle unter Kontrolle zu halten.

Was ist Borderline


Borderline

Borderline, die Borderline-Störung, das Borderline-Syndrom oder die Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPST) macht sich durch emotionale Instabilität bemerkbar. Der Name Borderline, also Grenzlinie, erklärt sich dadurch, dass diese Persönlichkeitsstörung an das Krankheitsbild einer Neurose oder Psychose grenzt. Charakteristisch für Borderline sind eine Vielzahl von auffälligen und ständig wechselnden Verhaltensweisen und Gefühlen. Dazu gehören Stimmungslabilität, Impulsivität, fehlendes Identitätsgefühl, unbeständige zwischenmenschliche Beziehungen und selbstschädigendes Verhalten.

Borderline Arten


Das Krankheitsbild von Borderline ist sehr unterschiedlich. Der Arzt ordnet die Persönlichkeitsstörungen nach der ICD-10-Klassifikation ein. Die Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme (ICD-10) wurde von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erstellt. Die Abkürzung ICD steht für „International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems“, die Ziffer 10 bezeichnet die 10. Revision der Klassifikation.

F60.3: Emotional instabile Persönlichkeitsstörung: Darunter versteht man eine Persönlichkeitsstörung mit deutlicher Tendenz, Impulse ohne Berücksichtigung von Konsequenzen auszuleben, verbunden mit unvorhersehbarer und launenhafter Stimmung. Es besteht eine Neigung zu emotionalen Ausbrüchen und eine Unfähigkeit, dieses impulshafte Verhalten zu kontrollieren. Ferner besteht eine Tendenz zu streitsüchtigem Verhalten und zu Konflikten mit anderen, insbesondere wenn impulsive Handlungen durchkreuzt oder behindert werden.

Zwei Erscheinungsformen der emotional instabilen Persönlichkeitsstörung werden unterschieden: Ein impulsiver Typus, vorwiegend gekennzeichnet durch emotionale Instabilität und mangelnde Impulskontrolle. Und ein Borderline-Typus, zusätzlich gekennzeichnet durch Störungen des Selbstbildes, der Ziele und der inneren Präferenzen, durch ein chronisches Gefühl von Leere, durch intensive, aber unbeständige Beziehungen und eine Neigung zu selbstdestruktivem Verhalten mit parasuizidalen Handlungen und Suizidversuchen.

F60.30 Emotional instabile Persönlichkeitsstörung: Impulsiver Typus

Die wesentlichen Charakterzüge sind emotionale Instabilität und mangelnde Impulskontrolle. Ausbrüche von gewalttätigem und bedrohlichem Verhalten sind häufig, vor allem bei Kritik durch andere.

Mindestens drei der folgenden Eigenschaften oder Verhaltensweisen müssen vorliegen, um die Emotional instabile Persönlichkeitsstörung dem Impulsiven Typus zuzuordnen.

  • deutliche Tendenz, unerwartet und ohne Rücksicht auf Konsequenzen zu handeln
  • deutliche Tendenz zu Streitereien und Konflikten mit anderen. Tritt besonders dann auf, wenn impulsive Handlungen unterbunden oder getadelt werden
  • Neigung zu Ausbrüchen von Wut oder Gewalt mit Unfähigkeit zur Kontrolle dieses explosiven Verhaltens
  • Schwierigkeiten in der Beibehaltung von Handlungen, die nicht unmittelbar belohnt werden
  • unbeständige und unberechenbare Stimmungen

F60.31 Emotional instabile Persönlichkeitsstörung: Borderline-Typus

Einige Kennzeichen emotionaler Instabilität sind vorhanden, zusätzlich sind oft das eigene Selbstbild, Ziele und Vorlieben (einschließlich der sexuellen) unklar und gestört. Meist besteht ein chronisches Gefühl innerer Leere. Die Neigung zu intensiven, aber unbeständigen Beziehungen kann zu wiederholten emotionalen Krisen führen. Begleitend können auftreten: übermäßige Anstrengungen nicht verlassen zu werden, Suiziddrohungen und/oder selbstschädigende Handlungen. Ritzen, Verbrennen oder Verbrühen von Hautstellen können aber auch ohne deutliche Auslöser vorkommen.

Mindestens drei der unter F60.30 aufgezählten Kriterien müssen vorliegen und zusätzlich mindestens zwei der folgenden Eigenschaften und Verhaltensweisen, um die Emotional instabile Persönlichkeitsstörung dem Borderline-Typus zuzuordnen:

  • Störungen und Unsicherheit bezüglich Selbstbild, Zielen und inneren Präferenzen (einschließlich sexueller)
  • Neigung, sich auf intensive, aber instabile Beziehungen einzulassen, oft mit der Folge von emotionalen Krisen
  • übertriebene Bemühungen, nicht verlassen zu werden
  • anhaltendes Gefühl von innerer Leere
  • Selbstbeschädigung
  • Suiziddrohungen und -gefährdung

Borderline Ursachen Zuletzt geändert am: 26.03.2012

Inhaltsverzeichnis

Klassifikation nach ICD-10

F60.3- Emotional instabile Persönlichkeitsstörung
F60.30 Emotional instabile Persönlichkeitsstörung: Impulsiver Typ
F60.31 Emotional instabile Persönlichkeitsstörung: Borderline-Typ
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